Auf ein Wort, Herr Richter

Messtechnik-Spezialist bei ALTHEN: Thomas Richter

Neue Serie, Folge drei: Mitarbeiter beantworten Fragen zu ihren beruflichen und privaten Leidenschaften. Thomas Richter, seit 13 Jahren im Team, strahlt ungebremste Begeisterung aus. Was treibt ihn an?

Der ALTHEN Verkaufsgebietsleiter Südost meldet sich auf die Minute und bestens gelaunt. Schon die Einstiegsfrage beantwortet Thomas Richter mit der humorvollen Offenheit, die unser ganzes Gespräch begleiten wird: Er sei „ein waschechter Hesse“ (was man hört) und zu seinem süddeutschen Einsatzgebiet gekommen, „weil manche behaupten, ich würde die Sprache verstehen“. Dass er noch einiges mehr versteht, wird im weiteren Verlauf deutlich.

Herr Richter, die wichtigste Eigenschaft eines Vertriebsgebietsleiters?

„Den Kontakt zu den Kunden halten. Zu den bestehenden, und neue aufbauen. Sehen was los ist auf dem Markt, was die Wettbewerber alles so machen, auf dem laufenden sein.  Das ist ja nicht nur bei uns so, das ist ja in jedem Vertrieb so.“

Sagen Sie schöne Grüße von mir

„Ich schicke ungern einen Kunden weg. Ich schicke ihn nie weg ohne ihm zu helfen. Auch wenn nicht ich ihm helfen kann. Ich weiß ja, was der Wettbewerber macht, und gebe dem Kunden Tipps, an wen er sich wenden kann. Ich sage ihm ganz ehrlich, ich kann Ihnen da im Moment nicht helfen, gehen Sie mal da und da hin. Und sagen Sie schöne Grüße von mir, ich hätte ihn geschickt. Man kennt sich ja. Alles andere wäre ja unfein. Das wäre ja schlimm, wenn man alles könnte oder das behaupten würde. Ich tue doch dem Kunden keinen Gefallen, und ich tue mir keinen Gefallen. Da bin ich lieber ehrlich. Und der Kunde kommt beim nächsten Mal wieder zu uns.“

Sie sind ja schon einige Zeit bei ALTHEN. Was haben Sie vorher gemacht?

„Ich war im Bereich Großkopierer unterwegs bei einem amerikanischen Unternehmen, das mit K anfängt und mit k aufhört und mit Filmen bekannt geworden ist, in der Mitte „oda“. Ich war auch viele Jahre bei der Bundeswehr, im technischen Bereich. Bei Kodak 10 Jahre im technischen Service. Dann habe ich mir gesagt, ich möchte auch mal zu den Kunden fahren, wenn die kein Problem haben, ich möchte mal ein lächelndes Gesicht sehen.“

Er lacht: „Ich meine, bei Kodak haben sie auch gelächelt, wenn ich kam, man kannte mich ja dann schon.“

Wenn die Kunden lächeln

Ist das heute noch etwas, was Sie bei Ihrer Arbeit schätzen?

„Also im Grunde genommen ja: wenn die Kunden lächeln. Wenn ich wegfahre, und man hat ein Problem gelöst. Die Aufgabenstellung ist ja eine andere als im Service: ,Wir wollen das und das machen, aber wir wissen nicht wie‘. Und diese Ideen dann verwirklichen.“

Er überlegt: „Und wenn man dann ein Projekt hat, das auch bekannt ist, da freut man sich schon sehr. Das gebe ich gerne zu. Dann freue ich mich und sage, ja, das hab ich gemacht.“

Ein Beispiel? Ein Projekt, an das Sie sich mit Stolz erinnern?

„Ja, das war noch ziemlich am Anfang. Für eine Motorsportserie haben wir einen Druckaufnehmer entwickelt, den haben die direkt ohne Test in die Fahrzeuge eingebaut und sind damit ins Rennen gegangen. Das Team hat freundlicherweise zum ersten Mal unsere Technik eingesetzt. Und haushoch jedes Rennen gewonnen.“

Sehr schöne Sachen

„Ja. Man hat uns vertraut, und auch den anderen Lieferanten. Dieses Auto war ein Schnellschuss. Man hat damit diese Serie wo was von dominiert, nur eine Saison, aber die Saison sah dann so aus: drei Autos eingesetzt – erster, zweiter, dritter Platz. Und dann mit großem Abstand gar nichts. Das war eine sehr schöne Sache.

Aber auch wenn man was mit einer Uni macht, manchmal kleine Sachen nur, zum Beispiel eine Diplomarbeit betreut, und das funktioniert. Der meldet sich dann irgendwann und sagt: vielen Dank, ist gut gelaufen. Ab und zu bekommt man so ein Feedback, und das freut einen halt.

Ich freu ich auch über kleine Dinge, das muss nicht immer was Großes sein. Die großen Sachen sind natürlich schon toll, aber die kleinen Dinge machen auch viel Spaß.“

Das klingt super. Ich kann es mir zwar kaum vorstellen, frage Sie aber trotzdem: Gab es auch mal den Moment, wo Sie alles hinschmeißen und ganz was anderes machen wollten?

„Na klar gibt es das, logisch. Also wenn ich jetzt aktuell nicht in der Messtechnik wäre –“

Ich gesteh’s

Herr Richter scheint mit sich zu ringen.

„Also ich gesteh’s Ihnen ganz ehrlich, ich würde –“

Noch mal Pause. Dann ein Ruck:

„Also ich würde so’n Traum zum Beruf machen und – “

Die Spannung steigt.

„Wohnmobile bauen. Ja.“

Jetzt ist es raus. Fast.

„Da ist auch Messtechnik drin.“

Deshalb!

Bewährt seit Jahrmillionen

„Aber eigentlich: nein. Ich arbeite schon immer mit Elektronik, mit Messtechnik. Ich arbeite seit ich 15 bin und da macht man nicht einfach was anderes. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Selbst wenn ich Wohnmobile bauen würde, ich würde alles messen was man darin messen kann. Mein Gebiet ist die Messtechnik. Ich mag das. Ich mag die physikalischen Kräfte. Die haben sich bewährt seit Jahrmillionen. Das ist logisch und das finde ich gut.“

Er überlegt.

„So etwas wie Sie machen, das könnte ich nie.“

Das geht mir umgekehrt genauso. Ich bin tief beeindruckt von der bleibenden Begeisterung, die Herrn Richter antreibt – wie hier das ureigenste persönliche Interesse zur beruflichen Fachkompetenz geworden ist. Er erzählt, wie er die fachlichen Kenntnisse aus der Messtechnik nutzt, um seinen Kindern – Sohn und Tochter sind Leistungsschwimmer – praktische Tipps zu geben: wie sie sich vom Beckenrand abstoßen und die Hände halten sollen – „dann merkt man quasi am eigenen Leib, was passiert.“

So könne man Naturwissenschaften verstehen. Darum ginge es ja auch beim Kunden: dass der versteht, was wie funktioniert und warum man das bei ALTHEN so und so für ihn macht. Das erklärt Herr Richter oft mit einfachen Beispielen, „mit Haushaltsgeräten, mit Topf und Deckel.“

Und wenn er mal nicht arbeitet?

An den Wochenenden geht es mit dem Wohnmobil zu den Schwimmwettkämpfen der Kinder, meist mit der ganzen Familie – offenbar genießt Thomas Richter diese Form der Freizeit enorm. Das sei aber „kein Freizeitschwimmen“, seine Kinder trainieren fünf mal die Woche „und sind vom Schulschwimmen immer ganz enttäuscht“. So kommen die Kinder gelegentlich auch an die ehemaligen Olympiastützpunkte im Osten, „mit denen wir jetzt zum Teil beruflich zu tun haben“.

Im Urlaub reist Richter mit Frau und Kindern am liebsten durch England, auf den Spuren des Autors Ken Follet (,Die Säulen der Erde‘), dessen Bücher er schätzt und dessen minutiöse Beschreibungen zum Beispiel von Kirchfenstern er vor Ort nachvollzieht.

Warum England? Richter findet „die Mentalität extrem entspannend“, und hat zu einigen seiner englischen Lieferanten „ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut“. Er mag den höflichen Umgang der Menschen dort, „selbst in London“. „Das macht dieses Land so liebenswert“, sagt er, „auch wenn man es eilig hat, ist man höflich“.

Schon vorher hatte er zusammengefasst: „Das ist halt diese Kommunizieren, das man braucht, für gegenseitiges Verständnis.“ Da hat er völlig recht.

Vielen Dank, Herr Richter!

Lesen Sie mehr über Thomas Richter und seinen Verantwortungsbereich:
Seitenlastkompensierter Sensor für anspruchsvolle Kraftmessung

Oder kontaktieren Sie ihn direkt:
Telefon +49 (0)6195 70 06-22, thomas.richter@althen.de.

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  1. Von KA-RaceIng goes Michigan am 25. November 2013 um 17:20

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